Thorsten Schmolke kandidiert im Nordkreis
Wie schon bei der Landtagswahl 2010 wird Thorsten Schmolke aus Werther für die Grünen im Wahlkreis 94 Gütersloh I – Bielefeld III antreten, der den Norden des Kreises Gütersloh und die Bielefelder Stadtteile Dornberg und Jöllenbeck abdeckt. Ohne Gegenstimme wurde der 48-jährige Historiker von der gemeinsamen Mitgliederversammlung der Bielefelder und Gütersloher Grünen zum kreisübergreifenden Direktkandidaten gewählt.
„Viel erreicht – viel zu tun“, das wird, so Schmolke, das Motto sein, mit dem die Grünen in den Wahlkampf ziehen. Gerade bei den Themen, die Schmolke besonders am Herzen liegen, gäbe es noch viel zu tun. „Der Flächenverbrauch etwa durch Wohnbau oder Gewerbe hat erschreckende Ausmaße angenommen. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass wir Konversionsflächen stärker nutzen und den Konkurrenzkampf um die knappe Ressource Boden befrieden“, kündigt das Kreistagsmitglied einen der Schwerpunkte seiner Arbeit an.
Einen anderen persönlichen Schwerpunkt setzt der zweifache Vater im schulischen Bereich. „Wir Grüne haben den jahrzehntelangen Schulkrieg beendet und mit der Sekundarschule ein Konzept entwickelt, dass gerade in so einem ländlichen Raum wie z.B. dem Nordkreis die flächendeckende Erhaltung aller Schulabschlüsse ermöglicht. Mit dem Thema Inklusion stehen wir ebenfalls vor einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung, die wir noch lange nicht gelöst haben“, so Thorsten Schmolke.
Zwar hätten sich die Grünen die Neuwahl des Landtags nicht gewünscht, doch sieht er dem Wahlkampf gelassen entgegen. „2010 hat der Wahlkampf auch richtig Spaß gemacht. Ich habe viel Unterstützung erhalten und wir haben eine tolle und schlagkräftige Truppe.“
Eine Pressemitteilung zur Wahl Thorsten Schmolkes finden Sie hier.
Thorstens Bewerbung für die Landesliste
Thorsten Schmolke, Co-Sprecher des Gütersloher Kreisverbands, Ratsherr in Werther und Mitglied des Kreistags, bewirbt sich für eine Platz auf der Reserveliste. Hier im Wortlaut die Bewerbung:
Liebe Freundinnen und Freunde,
wenn man sich wie ich seit vielen Jahren mit dem Natur- und Umweltschutz in Nordrhein-Westfalen beschäftigt, dann fällt einem auf, dass sich – trotz stetiger Verrechtlichung – die Situation vor allem in Teilbereichen des Naturschutzes eher verschlechtert hat. Sucht man nach den Ursachen, so landet man bald beim Flächenverbrauch und hier wird auch deutlich, warum der „klassische“ Naturschutz häufig scheitert. Der „Druck auf die Fläche“ nimmt seit Jahren stetig zu. Seien es neue Wohn- und Gewerbegebiete, die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft oder in jüngster Zeit der Anbau von Energiepflanzen: Alle konkurrieren um die knapper werdende Ressource Boden.
Dieses Thema ist durch die – natürlich ganz wichtige – Diskussion um den Klimawandel in den Hintergrund geraten und ist doch zentral für die Lösung vieler Probleme. Häufig ist es dann der Naturschutz, der als erstes dem Druck zum Opfer zu fallen droht, wie wir dies gerade wieder bei dem Projekt Nationalpark Senne sehen. Land- und Forstwirte, Möbelindustrie und Sägewerke, Jäger – alle melden sie Bedarfe an oder sehen gar ihre Existenz bedroht, wenn ein vergleichsweise kleines Gebiet dem wirtschaftlichen Zugriff des Menschen entzogen wird.
Spätestens hier wird deutlich, dass diese Problematik nicht mehr mit der üblichen Einteilung in die klassischen Politikfelder zu lösen ist. Dieser übergreifende Ansatz ist mir ein wichtiges Anliegen.
Mein zweiter Schwerpunkt ist der schulische Bereich und hier besonders das Thema Inklusion, mit dem ich mich seit geraumer Zeit befasse. Hier stehen wir noch am Anfang. Diesen Anfang zum Wohl der Kinder und Jugendlichen zu gestalten und dafür zu sorgen, dass die Abschaffung von Förderschulen nicht zum Sparmodell wird, ist mir eine Herzensangelegenheit. Ziel muss es sein Kinder ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend zu fördern und dabei nicht mehr rein defizitorientiert vorzugehen, sondern Kinder von ihren Stärken her zu unterrichten.
Biografie
47 Jahre, verheiratet, zwei Kinder.
Studium der Geschichtswissenschaft an der Uni Bielefeld mit dem Schwerpunkt Wirtschafts- und Umweltgeschichte.
Ratsmitglied in meinem Wohnort Werther, Schwerpunkt Planung/Umwelt; Mitglied des Kreistages Gütersloh, Schwerpunkte Schule und Umwelt.
Vor wenigen Tagen bin ich zum dritten Mal Sprecher des Kreisverbandes Gütersloh geworden.
Regelmäßig Delegierter bei LDKen und BDKen.
Bei der letzten LTW bin ich kurzfristig als Direktkandidat für den Wahlkreis 94, zu dem auch Teile von Bielefeld gehören, eingesprungen. Nun möchte ich mich, neben meinem abermaligen Engagement als Direktkandidat, auch für einen Listenplatz bewerben.
Kreisvorstand neu aufgestellt
Wibke Brems und Thorsten Schmolke sind auch weiterhin Sprecherin und Sprecher des Grünen Kreisverbands. So das einstimmige Wahlergebnis bei der Jahreshauptversammlung in der Gütersloher Parteigeschäftsstelle. Wibke Brems aus Gütersloh, bis zur Auflösung des Landtags Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik der grünen Landtagsfraktion, und der Historiker Thorsten Schmolke aus Werther stehen seit 2010 an der Spitze des Kreisverbands und bewerben sich auch beide erneut für eine Landtagskandidatur.
Das Team des Kreisvorstands wird ergänzt mit dem Kassierer Martin Sellenschütter aus Gütersloh, Schriftführer Stephan Rössner aus Rheda-Wiedenbrück und den Beisitzern Marco Mantovanelli (Gütersloh), Henrik Gebauer (Harsewinkel) und Christian Wieda (Halle). Neu im Kreisvorstand ist die Beisitzerin Sonja von Zons aus Rheda-Wiedenbrück.
Der Wahlkampf zur Landtagswahl am 13. Mai wird die politische Arbeit der nächsten Wochen auch im Kreis Gütersloh bestimmen. „Wir Grüne haben in knapp zwei Jahren viel erreicht und unsere Wahlversprechen gehalten. Unsere Bilanz kann sich sehen lassen. Wir haben unter anderem die Weichen für ein gerechteres Schulsystem gestellt, die Kommunen gestärkt und ein Klimaschutzgesetz erarbeitet. Für unsere sichtbaren Erfolge haben wir sehr viel Zuspruch bekommen. Damit treten wir vor die Wählerinnen und Wähler und wollen gestärkt aus der Neuwahl hervorgehen. Wir kämpfen für ein starkes grünes Ergebnis und unsere grünen Inhalte“; verspricht Wibke Brems, die sich in der nächsten Woche bei den grünen Mitgliedern um die Kandidatur im Wahlkreis 95 mit der Stadt Gütersloh, Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel bewerben wird.
Sprecher Thorsten Schmolke bewirbt sich um die Kandidatur im Wahlkreis 94 im Norden des Kreises, der den Altkreis Halle und die Bielefelder Stadtteile Dornberg und Jöllenbeck einschließt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unser schon gutes Wahlergebnis aus dem Jahr 2010 noch einmal verbessern können. Wir werden mit unserem Wahlkampf im Kreis Gütersloh unseren Teil dafür leisten“, kündigt das Kreistagsmitglied Schmolke an.
Eine Pressemitteilung zur Vorstandswahl finden Sie hier.
Grüne aus dem Kreis Gütersloh auf der BDK in Kiel
v.l.n.r.: Steffen Hoppe, Versmold; Helga Lange, Halle (Westf.); Henrik Gebauer, Harsewinkel; Thorsten Schmolke, Werther
Vom 25. bis 27. November fand in Kiel die diesjährige Bundesdelegiertenkonferenz statt. Sie fand in den Medien große Beachtung und zeigte, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mitnichten die Themen ausgehen. Es wurden richtungsweisende Entscheidungen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und gegen Rechtsextremismus gefällt. Breiten Raum nahmen auch die Diskussionen zur Netzpolitk und zu diversen Satzungsänderungen ein.
Grüne Delegierte aus ganz OWL.
Sylvia Löhrmann: Für ein zukunftsfähiges Bildungssystem in Zeiten demografischen Wandels
Jahrzehntelang verlief ein tiefer Graben zwischen den bildungspolitischen Lagern in NRW. Seit Juli ist diese Zeit endlich vorbei – der Bildungskonsens zwischen CDU, SPD und den Grünen öffnete das Tor für die Sekundarschule und ebnete den Weg, um unser Bildungssystem an den demografischen Wandel anzupassen, die Schulversorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten und gleichzeitig ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen.
Nach einer kurzen Exkursion in die bewegte Geschichte der
Bildungsdiskussion, stellte Sylvia Löhrmann, NRW-Ministerin für Bildung und Schule und stellvertretende Ministerpräsidentin, den zahlreichen fachkundigen Gästen aus dem gesamten Kreis Gütersloh bei unserer Veranstaltung im Hotel Appelbaum in Gütersloh das Konzept der Sekundarschule vor. Die so genannte “Bildungskonferenz für NRW”, im September 2010 einberufen, hat drei zentrale Ziele der Schulentwicklung herauskristallisiert (Stärkung der Bildungsgerechtigkeit, Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Schulsystems, Sicherung eines wohnortnahen Schulangebotes) und auf Basis dieser Zielsetzung ihre Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Schulsystems formuliert, die schon im Mai dieses Jahres vorlagen.
CDU, SPD und Grüne verständigten sich dann rasch auf die Abschaffung der Hauptschulgarantie und die neue Schulform der Sekundarschule, die von den Schulträgern in NRW eingeführt werden kann – aber nicht eingeführt werden muss. Vielmehr ist die Sekundarschule eine Option, die überall dort gezogen werden kann, wo die sinkenden Schülerzahlen die klassische dreigliedrige Schullandschaft nicht mehr zulassen. Hier werden die Jahrgangsstufen 5 und 6 gemeinsam an einer Schule ohne verpflichtende zweite Fremdsprache unterrichtet. Die Sekundarschule bietet gymnasialen Standards, die aber nicht obligatorisch sind, und sie muss keine eigene Oberstufe vorhalten, sondern arbeitet vielmehr für die Sekundarstufe II mit anderen Schulen wie Berufskollegs und Gymnasien zusammen. Der Weg zum Abitur führt hier über 13 Schuljahre.
Anette Westhoff, Leiterin der Gemeinschaftsschule in Langenberg und damit der ersten Schule der neuen Schulform in unserem Kreis, stellte den Gästen die Praxis des Schulbetriebs in der neuen Schulform vor. Ohne die neue Schule, so machte Frau Westhoff deutlich, würde es den Schulstandort Langenberg nicht mehr geben, denn nicht einmal mehr ein Viertel der Schülerinnen und Schüler verblieben nach der Grundschulzeit zum weiteren Schulbesuch in der Gemeinde. Westhoff: ”Wer heute auspendelt, kommt später als erwachsener Mensch nicht mehr zurück und was das für eine Gemeinde bedeutet, kann sich jeder vorstellen.”
Unabhängig von der Schulempfehlung steht die Ganztagsschule allen Kindern offen und bietet mit drei Kooperationspartnern für die Oberstufe für jede Schwerpunktsetzung die Möglichkeiten. Frau Westhoffs Präsentation können Sie hier sehen.
An diese beiden Vorträge schloss sich eine sehr intensive Diskussion und Fragerunde an. Wie steht es um die gymnasialen Standards der Sekundarschule und wie wird das Bildungsniveau gewaährleistet? Welchen Hintergrund haben die LehrerInnen, wie macht man die Schulform attraktiv für LehrerInnen und wie wird die Sekundarschule in LehrerInnenausbildung eingebunden?
Viele Verunsicherungen konnten von Sylvia Löhrmann und Anette Westerhoff ausgeräumt werden. Manche Fragen blieben noch offen und welchen Weg jede einzelne Kommune sinnvollerweise im Schulbereich nehmen soll, konnte unsere Veranstaltung ohnehin nicht klären. Doch es wurde deutlich, welche Chancen die Sekundarschule für insbesondere den ländlichen Raum bietet und ebenso, dass der in diesem Sommer erzielte “Schulfrieden” endlich die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Schulentwicklung in Zeiten rückläufiger SchülerInnenzahlen ermöglicht hat.
30 Jahre Grüner Ortsverband Halle
Vor genau 30 Jahren hat sich der Grüne Ortsverband in Halle gegründet. Aus Anlass dieses stolzen Jubiläums haben die Haller Grünen zu einer Feier mit Mitgliedern, Wegbegleitern sowie Vertretern der “befreundeten und manchmal konkurrierenden Parteien” (Originalton OV-Sprecher Jochen Stoppenbrink) auf den Hof Winter-Beckebanze geladen. Helga Lange, Fraktionssprecherin im Ortsverband und auch in der Kreistagsfraktion, berichtete als Gründungsmitglied aus den Anfangstagen. Britta Hasselmann und Wibke Brems, als Abgeordnete im Bundes- bzw. Landtag, sprachen kurze Grußworte, ehe die eigentliche Feier begann. Ein ausgezeichnetes Buffet, reichlich (Bio-)Getränke und die Livemusik der “Stubenrocker” sorgten für gute Laune und eine tolle Party bis in den frühen Morgen.
Grünes Kino gut besucht: Die 4. Revolution – Energy Autonomy
Der Dokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION – ENERGY AUTONOMY von Carl-A. Fechner steht für eine mitreißende Vision: Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Eine globale Umstrukturierung, die Machtverhältnisse neu ordnet und Kapital gerechter verteilt, könnte jetzt beginnen. Wir müssen es nur tun!
Wie – das zeigt Fechners Film anhand beispielhafter Projekte und ihrer Vorkämpfer in zehn Ländern: Das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt steht in Deutschland und produziert mehr Energie, als es verbraucht. Erneuerbare Energien sichern Familien in Mali und Bangladesh über hautnahe Finanzierungsmodelle die Existenz. Alternative Energiekonzepte revolutionieren die Autoindustrie und fördern neue Wege der Mobilität.
In vierjähriger Produktionszeit begleiteten Carl-A. Fechner und sein Team engagierte Prominente, sprachen mit Top-Managern, afrikanischen Müttern, Bankern und ambitionierten Aktivisten auf der ganzen Welt. Am Ende des hochaktuellen Films kann für alle ein neuer Anfang stehen: Die 4. Revolution – Energy Autonomy.
Diesen spannenden Film zeigte der Grüne Kreisverband am Abend des 28. Juni im Gütersloher Bambi-Löwenherz Programmkino und trotz des sensationellen Wetters waren viele Grüne und Interessierte der Einladung gefolgt und ließen sich von der Begeisterung Carl-A. Fechners für Erneuerbare Energien anstecken.
Die anschließende Diskussion mit Wibke Brems, unserer Grünen Landtagsabgeordneten aus Gütersloh, zeigte wieder einmal, dass der Wille zur einer energiepolitischen Neuausrichtung groß und in der Gesellschaft fest verankert ist, dass viele BürgerInnen sich hier bereits engagieren und dass die Energiewende vor Ort und von jedem von uns angestrebt werden muss.
Welchen Preis hat gesunde Ernährung?
Wir konnten ein hochkompetentes Podium für unsere Diskussionsveranstaltung im Haus Ascheloh gewinnen: Neben den agrarpolitischen Sprechern der Grünen Bundes- und Landtagsfraktion, Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße, diskutierten unter der Moderation unseres Kreissprechers Thorsten Schmolke auch Dr. Marle Kopf, Leiterin der Bielefelder Verbraucherzentrale, und Arnold Weßling als Vertreter des Kreislandwirteverbands auf hohem Niveau miteinander und einem gut informierten Publikum.
In Anbetracht einer langen Reihe von Lebensmittelskandalen mit dem Dioxinfund im Tierfutter als jüngstem Höhepunkt drängen sich viele Fragen auf: Brauchen die Landwirtschaft und die Futtermittelindustrie mehr und strengere Kontrollen, oder bedarf es darüber hinaus einer grundlegenden strukturellen Änderung? Was hat die Politik in dieser Situation zu tun, wie können die Verbraucher Einfluss nehmen?
Dr. Marle Kopf als Anwältin der Verbraucher bescheinigte der Landesregierung eine gute Arbeit bei der Umsetzung des zu Jahresbeginn angekündigten 10-Punkte-Plans als Reaktion auf den Dioxinskandal und darüber hinaus bei der Novellierung des Verbraucherinformationsgesetzes. Der Steinfurter Norwich Rüße riet den Verbrauchern zu einer Gesamtbetrachtung von Lebensmittelpreisen. Nicht nur der Endkundenpreis sei relevant, eine nachhaltige und umfassende Betrachtung schließt auch die Klimaauswirkungen etwa der Fleischerzeugung, die Futtermittelerzeugung im Ausland mit teils katastrophalen Arbeits- und Umweltbedingungen und die Haltungsbedingungen der Masttiere ein.
Arnold Weßling als Vertreter der konventionell wirtschaftenden Landwirte im Kreis verwies ebenfalls auf die ethische Verantwortung der Landwirtschaft. Einig war er sich mit allen anwesenden Diskussionsteilnehmern, dass Dioxin nicht nur nicht ins Tierfutter gehört, sondern möglichst nirgends anfällt. Er verwies auf die hohe Bedeutung der Veredlung für die Landwirtschaft in unserem Kreis und betrachtete die vorherrschende Tendenz zum Größenwachstum der bäuerlichen Betriebe mit Skepsis. Der dramatische Veränderungs- und Anpassungsprozess der Landwirtschaft sei auch eine Folge der Globalisierung und der daraus entstandenen weltweiten Konkurrenz der Lebensmittelerzeuger.
Dass Bio nicht zwangsweise teurer als herkömmlich erzeugte Produkte sein muss, konnte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und selbst Bio-Bauer in Bergkamen, belegen. Ernährungskompetenz der Verbraucher sei ein entscheidender Faktor, der seinen Platz in den Unterrichtsplänen haben müsse. Er zweifelte an der Umsetzung des von der Bundesregierung angekündigten Sofortprogramms, da das Futtermittelrecht eine europäische Angelegenheit sei und sich das Europaparlament in dieser Frage um keinen Millimeter bewege.
Wichtige Aspekte der Fragestellung konnten nur angerissen werden. Alle Podiumsteilnehmer beobachten ein stark wachsendes Interesse der Verbraucher für das Thema Lebensmittelqualität und –erzeugung. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher werden sich ihrer Macht bewusst und nehmen mit ihrem Kaufverhalten gezielt Einfluss. Die Tendenz zur Verindustrialisierung der Landwirtschaft, der Flächenverbrauch durch die Landwirtschaft selbst und zu Lasten der Agrarflächen stelle ein großes Problem dar, ebenso das Wachstum der Hofgrößen und die steigende Produktion. Chancen sieht man in einem hochwertigen regionalen Qualitätssiegel.
Eine Pressemitteilung zu unserer Veranstaltung finden Sie hier.
Was das Westfalenblatt über unsere Veranstaltung schrieb, finden Sie hier.
Welchen Preis hat gesunde Ernährung?
Veranstaltung am 11. März 2011, 20:00 Uhr im Haus Ascheloh, Grüner Weg 46, 33790 Halle (Westf.)
Dioxin im Tierfutter, in Eiern, im Schweinefleisch: Der Skandal zog große Kreise. Auch wenn inzwischen wieder andere Themen die vorderen Plätze in den Medien beanspruchen, sind viele Menschen verunsichert und fragen sich: Was kann ich überhaupt noch essen? Wir laden Euch deshalb herzlich zu unserer Veranstaltung “Welchen Preis hat gesundes Ernährung? Essen, was auf den Tisch kommt?” ein.
Am 11. März ab 20:00 Uhr diskutieren mit Euch im Haus Ascheloh, Grüner Weg 46, 33790 Halle (Westf.):
- Dr. Marle Kopf, Leiterin der Verbraucherzentrale Bielefeld
- Friedrich Ostendorff MdB, Landwirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion
- Norwich Rüße MdL, Landwirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion
- Arnold Weßling, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Gütersloh
- Moderation: Thorsten Schmolke, Sprecher Grüner Kreisverband
Gemeinsam wollen wir u.a. folgende Fragen diskutieren: Wie kann die Erzeugung gesunder, qualitativ hochwertiger Lebensmittel garantiert werden? Muss es neue Regeln für die Lebensmittelindustrie geben – und wenn ja, welche? An welchen Stellschrauben kann die Politik drehen? Wie können Kontrollen verbessert werden? Kann billig gut sein? Welche Chancen liegen in der regionalen Vermarktung und in Bio-Produkten? Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher schnell und umfassend informiert werden?
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und einen lebhaften Austausch!







