Bärbel Höhn zu Gast in Gütersloh: Gewinnen mit der Energiewende

Wer über die Energiewende spricht, redet immer auch über ihre Kosten. Die Energiewende ist zu teuer, belastet die kleinen Haushalte und gefährdet Arbeitsplätze in unserem Land, so die bekannten Vorwürfe.  Doch viele wichtige Kostenaspekte werden zumeist unterschlagen: “Erneuerbare Energien helfen dabei, das Geld im Land zu halten: Viele Milliarden Euro sind in den letzte Jahren dank des Stroms aus den Erneuerbaren in Deutschland geblieben. Geld, das ansonsten beispielsweise für russisches Gas oder arabisches Öl ausgegeben worden wäre,” erläuterte Bärbel.

Die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche ist eine der wichtigsten Wachstumsbranchen in Deutschland:

  • sie beschäftigt rund 378.000 Menschen (2012),
  • sie deckt 23 Prozent des deutschen Stromverbrauchs (2012), über zehn Prozent des Wärmeverbrauchs und etwa sechs Prozent des Kraftstoffverbrauchs (2012),
  • der Beitrag der Erneuerbare Energien am gesamten Energieverbrauch in Deutschland betrug 2012 etwa 12 Prozent,
  • durch sie wurden 2012 ca. 146 Mio. Tonnen Treibhausgase wie CO2 eingespart.
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In den letzten zehn Jahren hat sich der Preis der Kilowattstunde Strom um 14 Cent verteuert und damit verdoppelt, die EEG-Umlage stieg in der Zeit auf 5,27 Cent je Kilowattstunde. Das zeigt schon, dass man die 2013-07-05 20.03.35Erneuerbaren nicht allein für den Strompreisanstieg verantwortlich machen kann, wie es so aber oft dargestellt wird. Und auch hier, so Bärbel, sind es die Ausnahmen und Vergünstigungen beim Netzendgelt für die großen Stromverbraucher, die den Strompreis für die VerbraucherInnen in die Höhe treiben: “Eine aktuelle Studie des ‚Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft‘ (FÖS) im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion kommt zum Ergebnis, dass im nächsten Jahr die privaten Haushalte und kleinere Gewerbetreibende noch mehr für die von den Strom-Netzentgelten befreiten Golfplätze, Aldi-Kühlhäuser und Banken-Rechenzentren berappen müssen. Das Volumen steigt von 805 Millionen in diesem Jahr auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro in 2014. Dies ist eine Erhöhung um bis zu 50%. Diese Entwicklung ist fatal. Die Lasten müssen gerecht verteilt werden und der Strompreis muss auch während des Umstiegs auf eine Versorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien für alle bezahlbar bleiben.”

Energieeinsparpotenziale, Strompreisbremsen, Bürgerenergiegenossenschaften, ein wünschenswerter Export des deutschen Modells einer Energiewende in noch mehr Länder weltweit, die Schaffung von Arbeitsplätzen in der grünen Strombranche, Wettbewerbsverzerrungen durch subventionierte Photovoltaikimporte, trägt auch die SPD eine Energiewende mit, so, wie wir sie uns als GRÜNE vorstellen, Pumpspeicherkraftwerke in OWL und andere Stromspeicher – welche Stromspeicher werden sich durchsetzen, werden in NRW noch Kohlekraftwerke gebaut werden, wie machen wir aus dem Gütersloher Flughafen ein Zentrum für Erneuerbare Energien – die anschließende Diskussion war lebhaft, dreht e sich um viele Themen und war von vielen Anregungen getragen.

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